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Barbarazweige schneiden – 4. Dezember

Nach altem Brauch werden am 4. Dezember die Barbarazweige geschnitten. Je nach Region handelt es sich dabei um Zweige eines Obstbaumes (wie Kirsch- oder Apfelbaum) oder Zweige einer Hasel oder Forsythie. Hier haben sich viele ganz unterschiedliche Bräuche entwickelt. Praktischerweise schneidet man einfach die Zweige, die einem zur Verfügung stehen. Wichtig ist nur, dass die geschnittenen Zweige Knospen tragen.

Die Barbarazweige werden in der Wohnung in einer Vase aufgestellt und sollten bis zum Heiligen Abend aufblühen. Dem Volksglauben nach bringen die Zweige Glück und Segen für das kommende Jahr. Die blühenden Zweige im Winter, sind im Christentum ein Symbol für das Wunder der heiligen Nacht. Im Heidentum stehen die Blüten für die Kraft der Natur, die im Winter nur unter der Erde schlummert, bis sie wieder zum Leben erwacht. Am 21. Dezember, dem Julfest, ist die Wintersonnenwende. Die Tage werden wieder länger und der Kreislauf beginnt von neuem.

Der Brauch der Barbarazweige wird der heiligen Barbara zugeschrieben, die ihren Namenstag am 4. Dezember hat. Der Legende nach soll sich ein Zweig im Kleid der Märtyrerin verfangen haben, als sie ins Gefängnis geführt wurde. Der Zweig, den sie in ihrer Zelle in ein Wasserglas stellte, blühte genau an dem Tag auf an dem sie zum Tode verurteilt wurde. Sie sah es als hoffnungsvolles Zeichen, dass ihr Tod nur der Anfang eines neuen, ewigen Lebens sei.

Orakel mit Barbarazweigen

Natürlich gibt es nach je Region auch unterschiedliche Orakel, die mit den Zweigen durchgeführt werden können. Gibt es in einem Haushalt mehrere heiratsfähige Mädchen, wählt jedes Mädchen einen eigenen Zweig. Das Mädchen, dessen Zweig als erstes aufblüht, wird als nächstes heiraten.

Andernorts ordnen Mädchen jedem potentiellen Verehrer einen eigenen Zweig zu. Der Verehrer, dessen Zweig als erstes blüht (oder die schönsten Blüten trägt), eignet sich am besten als künftiger Bräutigam. Manche verwenden Barbarazweige um Aufschluss über das Wetter des kommenden Jahres zu erhalten. Andere lesen aus der Größe der Blüten ab, ob die nächste Ernte ertragreich sein wird. Der Konsensus ist aber immer, dass die blühenden Zweige mitten im Winter Freude ins Haus bringen und an den kommenden Frühling erinnern.

Tipp für blühende Zweige:

Falls es vor dem Schneiden der Zweige noch keinen Frost gegeben hat, sollte man die Zweige nach dem Schneiden für ein paar Stunden in die Tiefkühltruhe legen.

 

Barbaraweizen

Ein weiterer Brauch, der der heiligen Barbara zugeschrieben wird, ist der Barbaraweizen. (Andernorts auch Luciaweizen, falls der Brauch am 13. Dezember begangen wird.) Bei diesem Brauch streut man am Barbaratag Weizen in eine flache Schüssel und bringt sie bis Weihnachten zum Keimen. Als Unterlage dient etwas Erde oder Watte, die immer wieder mit Wasser befeuchtet wird. Wenn am heiligen Abend der Weizen zu einem dichten, grünen Busch aufgegangen ist, stellt man eine Kerze in die Mitte der Schale und verwendet sie als Tischgedeck. Mit dem Brauch bittet man um eine ertragreiche Ernte im kommenden Jahr und dem Schutz der Felder vor Unwetter und Schädlingen.

 

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