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Andreasnacht Rituale und Orakel – Liebeszauber

In der Nacht vom 29. auf den 30. November feiert man die Andreasnacht. Nach dem Volksglauben handelt es sich dabei um eine sogenannte Losnacht, die sich besonders gut für Liebeszauber eignet.  Ebenso soll es möglich sein mittels Orakel herauszufinden, wer der zukünftige Geliebte sein wird. Die Nacht hat ihren Namen vom heiligen Andreas, dem Schutzheiligen der Eheleute und Liebenden. Es ist ein weiteres schönes Beispiel für die Vermischung von Volksbräuchen mit dem christlichen Glauben. Elemente aus beiden Bereichen wurden nach Bedarf ausgewählt und vermischt. Die Bräuche und Rituale variieren je nach Region.

Ritual damit der zukünftige Mann im Traum erscheint

Am Sankt-Andreas-Abend (am 29.November) leiht man sich von einer verheirateten Nachbarin eine Tasse Wasser. Man fügt etwas Erde (entnommen vom Fuß einer Eiche), und zwei Birnenkerne hinzu. Gegen Mitternacht trinkt man die Mixtur und geht zu Bett. Der zukünftige Mann wird im Traum erscheinen. 

Beliebt waren auch eine Reihe von Sprüchen, die von heiratswilligen Mädchen vor dem Schlafen aufgesagt wurden:

„O du heiliger Andreas, ich bitte dich, du mögest lassen erscheinen den Herzallerliebsten meinen, wie er geht und steht, wie er mit mir zur Kirche geht, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

„O du lieber Andreas mein, hier steh ich vor meinem Bettsäulen, lass meinen Liebsten bei mir erscheinen; soll ich mit ihm leiden Not, so lass ihn erscheinen bei Semmel und Weine.“

„Heiliger St. Andreas, ich bitte dich, lass mir erscheinen den Herzallerliebsten meinen in seiner Gestalt, mit seiner Gewalt, wie er mit mir vor dem Altare steht.“

Angeblich war es wichtig, dass das Mädchen beim Aufsagen des Spruches dreimal mit der großen Zehe an das Bett stieß, kein Wort zuviel sagte, und sich auch auf keinen Fall versprechen durfte. Nach Aufsagen des Spruches musste das Mädchen rücklings ins Bett steigen. Der Zukünftige sollte dann im Traum erscheinen.

Andreasnacht – Henryk Siemiradzki 1867

Manche Mädchen stellten im Schlafzimmer zwei Becher auf einen weiß gedeckten Tisch. Einer davon war mit Wasser, der andere mit Wein gefüllt. Wenn der Zukünftige dann um Mitternacht, entweder im Traum oder als Spukgestalt erschien, trank er aus einem der beiden Becher. Trank er aus dem Becher mit Wein, so war er ein reicher Mann. Trank er aus dem Becher mit Wasser, war er arm.

Ein weiterer Brauch war, um Mitternacht in der Andreasnacht, den Tisch zu decken und das Fenster zu öffnen. Dann sollte der Zukünftige kommen und sich zeigen.

Angeblich legten sich manche Mädchen auch verkehrt ins Bett. Den Kopf am Fußende und die Füße am Kissenende. Dabei sagten sie: „Ich leg mich nieder in Teufels Namen.“ Um Mitternacht kam der Teufel und stellte dem Mädchen seinen Zukünftigen vor. Das Mädchen musste darauf achten nur ja kein Wort zu sprechen und auf keinen Fall zu antworten.

Sogar mit einer einfachen Semmel ließ sich ein Orakel vollziehen. Man musste eine Semmel in drei Bissen essen und der erste, der einem dann begegnet, sollte der Zukünftige sein.

Das Pantoffelwerfen

In einigen Regionen wurden zur Andreasnacht Bräuche mit Pantoffeln praktiziert. Dabei warf das Mädchen seinen linken Pantoffel oder Schuh über die Schulter zur Türe. Wenn der Schuh mit der Spitze zur Tür fällt, bedeutet es, dass sie noch im selben Jahr heiraten wird.

Bei einem ähnlichen Brauch aus Polen formen unverheiratete Mädchen mit ihren Schuhen eine Schlange zur Türe. Der jeweils letzte Schuh wird immer zur Spitze der Schlange versetzt. Das Mädchen dessen Schuh die Türe berührte, wird als erste heiraten.

In Märchen und Sagen

Sogar die Brüder Grimm haben in ihren „Deutschen Sagen“ etwas zur Andreasnacht aufgeschrieben:

„Es ist Glaube, dass ein Mädchen in der Andreas-Nacht, Thomas-Nacht, Christ-Nacht und Neujahrsnacht seinen zukünftigen Liebsten einladen und sehen kann. Es muss einen Tisch für zwei decken, es dürfen aber keine Gabeln dabei sein. Was der Liebhaber beim Weggehen zurücklässt, muss sorgfältig aufgehoben werden, er kommt dann zu derjenigen, die es besitzt und liebt sie heftig. Es darf ihm aber nie wieder zu Gesicht kommen, weil er sonst der Qual gedenkt, die er in jener Nacht von übermenschlicher Gewalt gelitten und er des Zaubers sich bewusst wird, wodurch großes Unglück entsteht.“

 

Die Andreasnacht ist übrigens nicht die einzige Nacht, die sich gut für Liebesorakel eignet. Andere Losnächte sind:

St. Agnes – 20. Januar
Pauli Bekehrung 25. Januar
Matthiasnacht 24. Februar (in einem Schaltjahr am 25. Februar)
Johannisnacht 24. Juni
Andreasnacht 30. November
Thomasnacht 20. Dezember
Weihnachtsabend 24. Dezember
Silvesternacht 31. Dezember

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